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beim

Anhaltischen Reit- und Fahrverein
Wörlitzer Winkel e.V.



Zitat des Monats


Pferde

Noch duldet der besternte Schleierfuchs,
wiewohl er seine Ohren regt,
daß ihm der Braune schmeichlerischen Drucks
den Kehlgang auf die Mähne legt.

Im dunklen Auge sammeln sich Gedanken,
ein Schnauben ist fast wie ein Gruß,
und mit dem Drehen der verschwitzten Flanken
erhebt sich federnd Fuß um Fuß.

Da wirft der Fuchs mit leicht getaner Wendung
Zur Seite sich und zieht dahin,
der Hals gewölbt zu freiester Vollendung,
die Stirn gesenkt, umschäumt das Kinn.

Der Braune aber taucht den Kopf hinab
Und schüttelt ihn empor, als ob
Ihn Fliegen quälen, und gerät in Trab
Und steigert schnell sich zum Galopp.

Und reißt den andern, dessen fahle Farbe
Ein Sonnenlicht zu Gold verschönt,
in seinen Schwung hinein. Die Rasennarbe
fliegt hinter ihnen hoch. Es dröhnt.

Es donnert hin. Und die vereinte Wucht
Ist ohne Gleichen auf der Welt,
bis sich das hohe Röhricht an der Bucht
den Rasenden entgegenstellt,

daß sie sich schräger legen und im Bogen
einschwenken und im Schwenken sich
besinnen. So verebbt das Mähnenwogen,
und alle Kraft wird innerlich.

Und unersättigt traben sie zurück
Und denken an das Wilde, das
In ihnen lebt wie Todesgier und Glück,
und denken`s ohne Unterlaß.


Manfred Hausmann(1898- 1986)


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